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Bin ich ein wirklicher Minimalist?

Bin ich ein wirklicher Minimalist
Posted by Andrea

Siehst du dich als Minimalist? Ich persönlich lebe zwar minimalistisch, sehe mich aber nicht als Minimalist. Hört sich jetzt zwar seltsam an, aber lass es mich einfach mal erklären.

Minimalismus ist zur Mode geworden. Es gibt unzählige YouTube Channels, Apps und Bücher, um einen zum perfekten Minimalisten zu machen.

Aber gibt es das überhaupt – den perfekten Minimalisten? Ich sage NEIN!

Es gibt hierfür keine Anleitung, die für jeden passt. Jeder Mensch muss hierfür seinen eigenen Weg finden. Unsere Leben unterscheiden sich auf so viele Arten und Weisen, es wäre dumm zu glauben, dass es ein Rezept für Alle gibt.

Definition von Minimalismus

Laut WIKI lautet die Definition wie folgt:

„Einfaches Leben, auch freiwillige Einfachheit oder Minimalismus genannt, bezeichnet sich als Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegen zu wirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.“

Alles klar, oder? Verzichte auf alles und führe zukünftig das bestmögliche Leben.

So habe ich es zumindest am Anfang verstanden. Als ich begonnen habe, mich mit dem Thema zu beschäftigen, habe ich zeitgleich damit begonnen meine Finanzen zu ordnen.

Ich wollte und musste Geld sparen, daher hat dieser Lifestyle mich natürlich besonders angesprochen.

Also habe ich mir jeden Konsum strikt verboten. Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich dieses restriktive Leben nicht lange durchgehalten habe.

Meine minimalistische Reise

Ich glaube nicht wirklich an Vorsehung, aber eines samstags vormittags tauchte auf Netflix eine Dokumentation auf. Diese Doku war „Minimalism: A Documentary about the Important Things“ von Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus.

Die beiden haben darin diesen Lifestyle und ihren Weg dorthin einfühlsam und leicht verständlich erklärt. Danach war ich auch bereit, es wieder mit einem einfacheren Lifestyle zu versuchen. Und ich bin dabeigeblieben.

Ich habe damit begonnen, meine Einstellung zu diesem Thema zu ändern.

Der Hauptgrund war nicht mehr auf Teufel komm raus Geld zu sparen. Dieser Punkt hat sich schließlich von ganz alleine ergeben. Ich musste lernen umzudenken und mein Verhalten ändern.

Gestartet habe ich damit, dass ich begonnen habe bewusst zu reduzieren. Dafür musste ich mir aber folgende Fragen stellen:

Weiß ich eigentlich, was ich habe bzw. besitze?

Ich bin deshalb meinen Kleiderkasten durchgegangen um zu sehen, was dort hängt. Wie viele Schuhe besitze ich? Wie schaut es mit meinen Büchern aus? Welche technischen Spielzeuge (Laptop, IPad, Handy) habe ich? Was gehört repariert oder ausgetauscht? Nachdem ich mir hier einmal eine grobe Übersicht gemacht hatte, wusste ich meinen Status Quo.

Weiters habe ich dabei auch begonnen, meine Hab und Gut wirklich zu hinterfragen.

In einzelnen Fällen habe ich nicht verstanden, wieso ich das überhaupt gekauft habe. Oft war ich überrascht, dass ich dieses Teil überhaupt besitze. Sehr oft habe ich mir einfach nur an den Kopf gefasst, und mich über mich selbst gewundert.

Jeder Minimalist muss aussortieren

Wie es sich für einen „guten“ Minimalisten gehört, habe ich natürlich auch mit ausmisten begonnen. Folgende Kategorien waren die aufwendigsten Blöcke.

  • Bücher

Ich wollte mit etwas Leichtem beginnen und habe mit meinen Büchern gestartet. Ich LIEBE Bücher, trotzdem war mir klar, dass ich nicht alle brauche bzw. besitzen will.

Ich habe mich äußerst schnell dazu entschlossen, nur mehr die Titel zu behalten, welche ich mindestens 2-mal gelesen habe. Zudem habe ich beschlossen, dass ich meine gesamten Handarbeitsbücher behalte. Den Rest habe ich gespendet. Meine physische Bibliothek besteht jetzt noch aus ca. 80 Büchern, aber ich liebe jedes einzelne davon.

Außerdem bin ich auch auf E-Books umgestiegen. Diese sind teilweise günstiger als gebundenen Ausgaben und brauchen weniger Platz.

  • Kleidung/Schuhe/Handtaschen

Bevor ich auch nur 1 Kleidungsstück aussortiert habe, habe ich mich 2 Monate selbst beobachtet.

Welche Stücke ziehe ich wirklich regelmäßig an? Aus welchem Material sind diese hergestellt? Zu welchen Farben greife ich besonders oft? Welche Sachen brauche ich für mein tägliches Leben? Ich habe den Vorteil, dass ich in der Arbeit Jeans und Shirts tragen kann. In einem konservativen Umfeld, muss man seine Arbeitskleidung natürlich anpassen.

Als ich diese Phase hinter mir hatte, habe ich meine Kleidung aussortiert. Ich besitze jetzt nur mehr Kleidungsstücke, die ich gerne trage.

  • Make-up

Ich bin auf YouTube vielen Beauty Youtubern gefolgt. In jedem neuen Video wurden neue Foundations, Paletten und Lippenstifte vorgestellt. Und ich saß da, und dachte mir natürlich, wenn ich dieses Produkt kaufe, bin ich genau so hübsch wie diese YouTuberin.

Gott, war ich dumm!

Grundsätzlich trage ich gerne und oft Make-up. Ich persönlich genieße auch die Zeit, wenn ich die Produkte auftrage und mich herrichte. Aber was genau trage ich eigentlich?

Make-up technisch bin ich sehr einfach gestrickt – Foundation, Concealer, brauner Lidschatten und Mascara – mehr benutze und trage ich nicht.

Also habe ich hier ziemlich rigoros ausgemistet und weggeworfen. Das war leider notwendig, weil vieles davon bereits ziemlich alt war.

Das Leben beginnt sich langsam zu ändern

Als ich diese Brocken abgearbeitet hatte, hat sich bei mir langsam ein Umdenken eingestellt.

Ich verfalle nach wie vor den hübsche Sachen. Besonders wenn ich einen schlechten Tag hatte, könnte ich mich dumm und dämlich kaufen. Ich sehe diese Dinge, und stelle mir vor wie toll ich mich fühlen werde, wenn ich diese besitze.

Bevor ich heute aber spontan irgendwas kaufe, gebe ich es in meinen Warenkorb und lasse es dann mal 3 Tage da drinnen. Ich habe festgestellt, dass ich bei 90% der Dinge nach dieser Zeit kein Interesse mehr habe. So mache ich es inzwischen mit allen Einkäufen, welche über €40,00 sind.

Veränderung braucht Zeit

Das Geheimnis eines simpleren bzw. bewussteren Lebens ist, dass es Zeit dauert.

Es ist nicht nur ein Trend, sondern es geht darum seinen Lebensstil zu ändern.

Das dauert seine Zeit und fühlt sich öfters unangenehm an. Aber langsam und langfristig ändert man so seine gesamte Einstellung.

Mit den anderen mitzuhalten oder diese mit bestimmten Besitztümern zu beeindrucken, ist nicht mehr wichtig. Ich wurde zufriedener mit meinem Leben und dadurch glücklicher. Natürlich gibt es Zeiten, wo ich wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, aber es wird weniger und ich komme leichter aus diesem Loch.

Wie sind deine Erfahrungen mit Thema Minimalismus? Lebst du auch bewusster oder hältst du das für Blödsinn? Hinterlass mir einen Kommentar wie du darüber denkst!

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