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4 Hindernisse beim Ausmisten für ein minimalistischeres Leben

Kurz nach dem ich wusste, dass ich mein Leben ändern muss, habe ich mit Minimalismus begonnen. Was ist hier das Erste, dass du lernt? Du musst ausmisten und deinen Kram loswerden. Und hier beginnen schon die ersten Hindernisse.

Die Wahrheit ist, dass der Start in ein minimalistischeres Leben schwer sein kann.

Es geht nicht darum, nur seine Sachen zu entrümpeln und alles loszuwerden. Das ist nur ein Teil von Minimalismus.

Um langfristig erfolgreich dein Leben zu entrümpeln, musst du dir über folgende Punkte bewusst werden:

  • welche Dinge brauchst du,
  • welche Sachen bereichern dein Leben,
  • was davon macht dich glücklich.

Das ist oft leichter gesagt als getan. Das liegt daran, dass unser Besitz stark mit unseren Gefühlen verbunden ist. Wir identifizieren uns sehr stark mit unseren Besitztümern. Sie sagen uns, wer wir sind und wie erfolgreich wir sind. Zudem zeigen sie den Menschen, wer wir sind und wie wir wahrgenommen werden möchten.

Wenn du daher mit dem Ausmisten startest, wirst du wahrscheinlich mit folgenden 4 Hindernissen zu kämpfen haben.

Ausmisten ist schwer! Auch wenn du mit Hindernissen zu kämpfen hast, gib nicht auf.
Ausmisten ist schwer! Auch wenn du mit Hindernissen zu kämpfen hast, gib nicht auf. (Source: Canva)

Hindernis 1: Sicherheit

Wie schon gesagt, gibt uns unser Besitz oft ein „falsches“ Gefühl von Sicherheit.

Unsere Sachen sind ein Beweis dafür, dass wir es geschafft haben. Unsere Sachen gaukeln uns vor, dass wir damit vor allen Problemen geschützt sind.

Leider neigen wir schnell dazu, uns darüber auch zu definieren. Wir beziehen unseren Selbstwert über die Dinge, die wir besitzen. Sie sagen uns, wer wir und wie wichtig wir sind.

Dadurch kannst du schnell in eine Falle geraten. Bevor du dich versiehst, wirst du von deinen Sachen besessen und nicht umgekehrt. Besonders schlimm wird es, wenn du deswegen Kredite zurückzahlen musst und Schulden gemacht hast Du bist dann daran gekettet – ob du willst oder nicht. Schnell kann so aus dem Gefühl der Sicherheit ein Gefängnis werden.

Hindernis 2: Schuldgefühle

Ich bin mir sicher, dass wir das alle kennen. Lass mich dir dafür 2 kurze Geschichten erzählen.

Story 1: Lass mich von meiner Bekannten Lilli erzählen. In ihrem Kleiderschrank hängt ein schwarzer Wollmantel. Der Stoff ist wunderschön und das Gefühl auf der Haut ist himmlisch. Zudem ist er auch noch ein Designerstück und hat dementsprechend viel gekostet.

Das Problem an dem Mantel ist, dass Lilli ihn für die kalten Wintermonate gekauft hat, er aber überhaupt nicht warmhält. Daher hängt das gute Stück seit 15 Jahren einfach nur im Kasten rum. Also habe ich sie mal gefragt …

I: Lilli, wieso gibst du den Mantel nicht einfach weg? Der hängt doch nur rum und nimmt unnötig Platz weg.

L: Ich weiß! Aber der Mantel war so teuer. Vielleicht zieh ich ihn ja noch an.

Wir wussten in dem Moment beide, dass sie den Wollmantel nie wieder anziehen wird.

Die Wahrheit ist, das Geld ist weg! Es kommt nicht zurück auf dein Konto, nur weil der Mantel jetzt seit Jahren im Kasten verstaubt. Dieses Kleidungsstück war leider ein Fehlkauf. Finde dich damit ab! Gib ihn weg! Dadurch kannst du zumindest einer anderen Person eine Freude bereiten.

Story 2: Ich habe vor einigen Jahren einen Dekoartikel geschenkt bekommen. Ich gebe zu, dass mir dieser nie gefallen hat. Aber es war ein Geschenk und teuer. Also habe ich mich „gefreut“ und versucht es zu benutzen. Ich wollte schließlich niemandes Gefühle verletzen.

Über lange Zeit (und 2 Umzüge) hatte ich es gut sichtbar in meiner Wohnung. Aber eigentlich hat mich das Geschenk nur genervt. Es hat Platz weggenommen. Es hat optisch nicht gepasst. Und putzen musste ich es auch noch.

Nach unnötig langer Zeit habe ich die Deko dann weitergeschenkt. An eine Freundin, die in das Teil vernarrt war. Sie hat sich unheimlich gefreut und bei ihr in der Wohnung passt es super.

Was lernen wir aus diesen beiden Geschichten? In beiden Fällen wurde wegen eines Schuldgefühls unnötig lange an Dingen festgehalten. Beide Sachen haben keine Freude bereitet und haben sich eher als Fesseln angefühlt.

Hinterfrage, wieso du etwas nicht weggeben willst. Wenn Schuldgefühle dabei eine Rolle spielen, lass diese hinter dir. Besonders bei Geschenken. Der Sinn eines Geschenks ist, dass es dir Freude bereitet und dass keine Bedingungen daran hängen. Wenn es diesen Zweck (Freude) nicht mehr erfüllt, kannst du es weitergeben.

Hindernis 3: Dein Fantasie-Ich

Kennst du diesen Begriff?

Das Fantasie-Ich, ist das Bild, dass du von dir selbst im Kopf hast. Es ist normalerweise etwas hübscher, klüger und erfolgreicher als man eigentlich ist. Zudem möchtest du, dass andere Menschen dich so sehen und wahr nehmen.

Jeder von uns besitzt dieses Fantasie-Ich. Auch ich bin hier keine Ausnahme 😊.

Mir passiert das oft wenn ich ein neues Hobby/Interesse finde.

Ich stelle mir dann vor, wie toll ich darin sein werde und wieviel Zeit ich damit verbringe. Ich bin sofort Feuer und Flamme und lege mir eine Grundausstattung zu. Allerdings kaufe ich hier dann viel zu viel. Dann stürze ich mich 2 Wochen lange exzessiv in das neue Hobby.

Tja und dann … dann finde ich es nicht mehr interessant und die Sachen liegen rum und setzen Staub an. Einer Freundin von mir geht es so mit Küchengeräten …

Früher ging es mir so auch mit Kleidung. Ich habe mir nicht gekauft, was mir gefallen hat. Nein, ich habe Stücke gekauft, die einem Bild in meinem Kopf entsprochen haben. Diese Kleidungsstücke sollten den anderen zeigen, wie selbstbewusst, klug und witzig ich bin. Aber sehr oft, habe ich diese Teile dann nicht lange getragen.

Diese Dinge gehen zu lassen, fällt schwer. Weil wir uns dann eingestehen müssen, dass wir nicht so super sind, wie wir es uns vorgestellt haben. Das kann ziemlich am Ego rütteln. Du kannst aber beruhigt sein, das ist aber reine Einbildung und sagt nichts über dich aus.

Hindernis 4: Erinnerungen

Erinnerungsstücke sind eine knifflige Sache. Oft sind unsere Gefühle sehr stark mit diesem Objekt verbunden. Dies können Dinge unserer Liebsten sein oder Stücke aus unserer Kindheit.

Solche Dinge behalten wir oft, weil wir etwas nicht vergessen wollen. Besonders bei Erinnerungsstücken an Menschen, kann das Weggeben sehr schwer sein.

Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, wenn du welche hast.

Du solltest allerdings sicherstellen, dass diese Stücke WIRKLICH von Bedeutung sind.

Wenn du dir bei einem Stück nur denkst „Das war eine schöne Zeit dort.“ und dann weitergehst und es vergisst – dann kann es gehen. Du kannst dir gerne ein Foto davon machen aber das Stück selbst kannst du gehen lassen.

Was du nicht vergessen darfst: nur weil das Ding selbst nicht mehr da ist, ist deine Erinnerung daran nicht verschwunden.

Da du die Hindernisse jetzt kennst, kannst du ihnen beim nächsten Ausmisten besser aus dem Weg gehen. Und selbst, wenn du es einmal nicht schaffst – who cares!!

Es gibt Tage, da fällt es dir leichter und Tage, da geht es nur schwer von der Hand.

Hauptsache, du bleibst dran und gibst nicht auf. Finde dein Tempo und lass dich nicht von anderen stressen.

Welche Hindernisse machen dir beim Ausmisten noch Probleme? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Cherry

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