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4 + 1 Tipp gegen FOMO

Stell dir vor … Wien 2017!

Seit ca. 3 Jahren hat gefühlt jeder den ich kenne, Urlaub in Thailand oder einen Rucksack-Trip durch Australien gemacht. Ich habe unzählige Fotos von fantastischen Plätzen und Hotels gesehen. Die Anzahl an dazugehörten Geschichten und Abenteuern kann ich gar nicht zählen.

Und immer war diese kleine und nervige Stimme in meinem Kopf:

Wieso kann er sich das leisten und ich nicht?

Wieso machen die alle so großartige Sachen, nur ich nicht?

Wieso ist das Leben so gegen mich und den anderen passieren so tolle Sachen?

Der Neid hat in mir gebrodelt und mein Selbstwert war im Keller. Ich saß herum und habe meinen Mann vollgejammert. Rückblickend muss ich echt nervig und anstrengend gewesen sein.

Eines Tages ist es mir dann gedämmert! So will ich nicht sein. Ständig mit anderen mithalten müssen. Mich nicht gut genug fühlen. Unzufrieden sein mit meinem Leben.

FOMO hatte mich in seinen Klauen! Zum Glück habe die über die Jahre habe ich einige Tipps gelernt, die mir aus dieser negativen Spirale geholfen haben.

FOMO Tipp 1: sei ehrlich mit dir selbst

Die Thailand Fotos sehen großartig aus und da kann man leicht neidisch werden, oder? Aber seien wir mal ehrlich! Ist es das was du willst?

Der Flug nach Thailand dauert mindestens 10 Stunden. Definitiv zu lange für mich. Da sinkt mein Interesse gleich ein ganzes Stück ab. Und das Klima dort muss man auch mögen. Dort kann es echt heiß werden und die Luftfeuchtigkeit liegt permanent bei 70 bis 80 %. Mir persönlich sind 25 Grad schon genug. Alles darüber empfinde ich nur noch als Zumutung. Und jetzt mal unter uns: allein der Gedanke an die ganzen Touristengruppen dort, versetzt mich in Panik.

Auch wenn es sich in meinem Kopf großartig anhört, würde ich einen Trip nach Thailand nicht wirklich genießen können. Sowas passt einfach nicht zu meinem Charakter und meinem Leben.

Wie sieht es bei dir aus? Fühlst du dich bei den Urlaubsgeschichten der anderen auch schlecht? Nur weil du „bloß“ Campen gehst … denkst du wirklich, dass ein Cluburlaub in Thailand dir eine schönere Zeit gebracht hätte?

Wenn du zum Beispiel Kinder hast. Ich bin mir sicher, dass du und deine Familie beim Campen in der Nähe mehr Spaß und Abenteuer habt, als im heißen Thailand.

Also frag dich immer, ob es das ist, was du wirklich willst und dir wirklich Freude bereitet.

Nur weil es vielleicht derzeit nicht passt, kann es in einigen Jahren perfekt für dich sein.

FOMO Tipp 2: etwas Dankbarkeit hat noch nie geschadet

Wenn FOMO uns in seinen Krallen hat, sehen wir nur mehr die Unzulänglichkeiten in unserem Leben.

Stopp – hier und jetzt! Du hast ein gutes Leben mit vielen großartigen Momenten. Du musst nur lernen, diese zu sehen.

Ich weiß, was jetzt kommt hört sich ziemlich dumm an. Aber beantworte mir bitte mal folgende Fragen:

Hattest du heute etwas zu essen?

Ist deine Kleidung gewaschen und sauber?

Funktioniert deine Heizung?

Hast du ein Dach über dem Kopf?

Bist du gesund?

Wenn du alles mit Ja beantworten konntest, sag Danke!

Hast du zumindest einen Menschen, der dir Nahe steht und dir ein Gefühl der Freude und Sicherheit gibt?

Ja? Sag Danke!

Hast du heute schon mit deinem geliebten Haustier gekuschelt?

Sag Danke! Danke für dein großartiges Leben.

Wenn du die oben genannten Dinge besitzt, hast du ein großartiges Leben. Sei dankbar dafür und freue dich. Der Rest ist nur Füllpapier für dein Leben.

FOMO Tipp 3: Lebe im Hier und Jetzt

Wir alle müssen lernen, den Augenblick wieder mehr zu genießen.

Ich persönlich tue mir damit sehr schwer. Am Montag warte ich aufs Wochenende. Am Wochenende träume ich von Urlaub. Und im Urlaub warte ich bereits auf den nächsten Urlaub.

Das Leben ist doch so viel mehr als nur das ständige Warten auf etwas Besseres.

Hast du heute vielleicht ein YouTube Video gesehen, was dich zum Lachen gebracht hat? Dann sieh es dir nochmal an und teile es mit deinen Freunden.

Nimm dir auch jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um einmal tief ein- und auszuatmen.

Nimm dir ein paar Minuten, um in Ruhe ein Häferl Kaffee oder Tee zu trinken.

Konzentriere dich auf diesen Moment und sammle diese. Deine Lebensqualität wird sich dadurch definitiv steigern.

FOMO Tipp 4: Verbringe weniger Zeit auf Social Media

Das ist jetzt keine Neuigkeit, aber die Wahrheit! Achte darauf, wie viel Zeit du auf Instagram und anderen Social Media Plattformen verbringst. Die Inhalte dort können dir mental stark zusetzten.

Bei mir war es so! Jeder war glücklicher, hübscher und erfolgreicher als ich. Ich habe mich wie ein Verlierer gefühlt. Dumm und hässlich. Daraufhin habe ich für ca. 1 Jahr Instagram von meinem Handy gelöscht. Es ging einfach nicht mehr. Seit ich es wieder benutze bin ich sehr vorsichtig geworden, wie viel Zeit ich dort verbringe und wem ich folge.

Auf Social Media werden wir 24/7 mit der gefilterten und geschönten Realität der anderen konfrontiert. Oft ist uns gar nicht wirklich bewusst, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist. Durch dieses Hochglanz-Leben sieht unser eigener Alltag ziemlich belanglos und langweilig aus. Dadurch wird unser Selbstwert geschwächt und die innere Unzufriedenheit steigt.

Du bist spitze und dein Leben ist auch super! Lass dir von Social Media keine Lügen erzählen. Niemand verlangt hier, dass du Instagram und Co. aus deinem Leben verbannst. Sei einfach nur vorsichtig und überlege dir gut, welchen Menschen du regelmäßig folgst. Sei dir immer bewusst, dass die Bilder dort nicht die Realität sind. Und verschwende deine kostbare Zeit nicht mit stundenlangem scrollen auf Instagram.

Und hier habe ich noch einen Extratipp für dich. Dieser hat mir besonders geholfen, auch wenn er für mich am schwersten umzusetzen war …

Extra Tipp: Freue dich einfach für die andere Person

FOMO hat aus mir eine extrem verbitterte und gehässige Person gemacht. Ich mochte mich selbst nicht. Ich konnte mich nur besser fühlen, wenn ich andere schlecht gemacht habe. Ich bin nicht stolz drauf, wie ich mich damals benommen habe.

Ich wusste, dass ich was ändern muss. Und das war ich! Die große Frage war nur wie.

Also beschloss ich, das Gegenteil von meinen Gefühlen zu tun. Statt neidisch zu sein, habe ich versucht mich wirklich für die andere Person zu freuen. Sei es ein teurer Urlaub, ein beruflicher Erfolg oder ein teures Auto.

Es war ein langer Prozess, aber ich habe es gelernt. Und noch wichtiger, ich habe es ernst gemeint. Durch aktives und wertfreies zuhören, habe ich endlich mitbekommen wie viel Arbeit und Zeit diese Menschen investiert haben, um diese Dinge zu erreichen. Das lange Sparen, die zusätzliche Arbeit – das wurde mir plötzlich klar.

Ich habe diesen Aufwand wertschätzen gelernt, und dadurch konnte ich mich über ihre Erfolge freuen. Ich habe auch verstanden, dass deren Erfolge meine Erfolge nicht schmälern oder schlecht machen.

Mich für andere freuen zu können, hat mir meine Freude und Freiheit zurückgebracht. Und dadurch auch mehr Wertschätzung für mein eigenes Leben.

FOMO kann uns alle erwischen. Aber das heißt nicht, dass wir es gewinnen lassen.

Wie gehst du mit FOMO um? Arbeitest du auch mit meinen Tipps oder hast du noch weitere? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Andrea

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Cherry

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