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3 Gründe, wieso Minimalismus eine Bereicherung für deine mentale Gesundheit ist

Woran denkst du zuerst, wenn du an Minimalismus denkst? Sachen aussortieren, sich nichts gönnen und kahle weiße Wände? Woran du wahrscheinlich nicht gedacht hast, ist, dass Minimalismus deine mentale Gesundheit unterstützen kann.

Was weiß ich schon über Minimalismus und mentale Gesundheit?

Ich war mein Leben lang ein Außenseiter. Bereits in der Volksschule war mir bewusst, dass mich die anderen nicht mögen und ich nichts zu sagen habe.

Nachdem ich als Jugendliche gelernt hatte, dass meine Meinungen und Ideen nicht zählen, habe ich versucht, durch die richtige Kleidung in die Gruppe aufgenommen zu werden. Schließlich hatte ich zwar die richtigen Marken, dafür war ich nun zu dick. Wie du hier gut erkennen kannst, hat es nie gepasst und immer war irgendetwas falsch an mir.

Dadurch wurde ich schon früh zynisch. Das hat dazu geführt, dass ich blöd über andere Leute gesprochen und diese verurteilt habe. Ich habe den Beliebten nach dem Mund geredet und mich ausnutzen lassen.

Abends lag ich weinend im Bett und untertags habe ich mich angebiedert und habe versucht, so zu sein wie mich meine „Freunde“ wollten.

Rückblickend war ich ziemlich verzweifelt und habe mich wahrscheinlich wie ein arroganter Arsch benommen. Immer wollte ich nur alles richtig machen und, dass mich die anderen mögen. Dieses Verhalten hat es sicher auch nicht einfacher gemacht, eine wirkliche Freundschaft mit jemandem zu bilden.

Wie du dir vorstellen kannst, hat meine mentale Gesundheit darunter gelitten und ich habe dies Last jahrelang mit mir rumgetragen.

Durch Minimalismus lernte ich mich selbst und meine Werte besser kennen

Reicht es nicht, dass die Werbung mir ständig erzählt, dass ich nicht gut genug bin?

Nein … alle Leute rund um mich, hatten immer mehr als ich und allen ging es besser als mir.

Ein kleines Beispiel: eine Kollegin hat erzählt, dass sie Urlaub in Australien macht. Schon war der Neid da, und hat mich langsam vergiftet. Jemand hatte eine neue und teure Handtasche, und sofort habe ich rumgezickt.

Nie hatte ich genug und nie war es genug! Ich war ein zutiefst unglücklicher Mensch und habe mich immer in die Opferrolle geflüchtet.

Und dann kreuzte Minimalismus meinen Weg! Dadurch habe ich begonnen mein Kaufverhalten zu hinterfragen. Durch das kritische Beleuchten meines Kaufverhaltens, habe ich mit Anfang 30 gelernt, was mir eigentlich wirklich wichtig ist.

Anstatt einfach alles zu kaufen, habe ich mich nun gefragt, ob ich dieses Teil wirklich brauche und es mir etwas bringt. Mir wurde klar, was mir im Leben wichtig ist und was mich glücklich macht. Dadurch wurde ich ruhiger und zufriedener.

Minimalismus kann deine mentale Gesundheit unterstützen! Besonder heutzutage, wo alles stressiger und anstrengender geworden ist. (Source: Canva)

Durch Minimalismus habe ich erkannt, dass ich mir Zugehörigkeit nicht kaufen kann

Wir alle wollen dazugehören – sei es in der Schule, im Büro oder in anderen Bereichen des Lebens. Ich dachte immer, wenn ich nur das Richtige trage oder besitze, bin ich wie sie und gehöre dazu.

Früher dachte ich immer, dass Konsum mir helfen wird. Kleidung, Handtaschen und andere Äußerlichkeiten sollten mein Ticket sein.

Mit Minimalismus habe ich mein Kaufverhalten eingeschränkt, und so mehr auf mich und meine Gefühle gehört. Und da es nun nicht mehr nur um mich ging, habe ich begonnen, mich mehr auf andere zu konzentrieren und ihnen zuzuhören.

Oft musste ich dann feststellen, dass ich mit diesen Leuten eigentlich gar nichts gemein habe. Wir hatten keine gemeinsamen Interessen und Prioritäten. Auch mit den Werten dieser Gruppe oder den Personen konnte ich nichts anfangen.

Die Wahrheit ist, du wirst nicht allen gefallen können. Hart, ist aber so! Sehr oft reicht es schon, dass man sich respektvoll gegenüber anderen verhält.

Ich habe durch Minimalismus mich selbst besser kennengelernt. Dadurch habe ich gelernt, mich selbst mehr zu mögen und habe meine persönlichen Grenzen gefunden. Ich muss nicht um jeden Preis dazugehören – besonders da schlussendlich ich den Preis mit meiner mentalen Gesundheit dafür bezahle. Als ich das verstanden hatte, ist ein großer Druck und viel Angst von mir abgefallen. Ich bin inzwischen Menschen gegenüber ehrlicher, wenn mir etwas gefällt oder nicht. Ich habe mich in großen Teilen von der Meinung anderer befreit und mein Leben fühlt sich leichter und freier an.

Durch Minimalismus sind auch meine Geldprobleme verschwunden

Geldprobleme und -sorgen können krank machen. Abgesehen von den körperlichen Beschwerden, leidet auch unsere mentale Gesundheit stark darunter. Kopfschmerzen, Schlafprobleme und Gereiztheit sind nur einige davon. Und nicht zu vergessen, die dazugehörige Scham, welche Geldprobleme immer mit sich bringt.

Minimalismus ist für mich ein bewusster Umgang mit meinem Konsum, meinem Lebensstil und meinen Finanzen. Ich habe ein monatliches Budget, an das ich mich halte. Und zur Kontrolle führe ich täglich mein Haushaltsbuch.

Durch mein Budget weiß ich, dass meine Fixkosten auf jeden Fall gedeckt sind. Ich weiß auch, dass ich monatlich eine fixe Sparrate habe. Mit dieser fülle ich meinen Notgroschen und meine Sparziele auf. Und trotzdem bleibt noch genügend Geld für Spaß über.

Ich habe die Kontrolle über mein Geld übernommen. So habe ich die Kontrolle über mein Leben zurückerhalten. Es hat einiges an Zeit in Anspruch genommen, aber das war es definitiv wert.

Ich habe nun keine Angst mehr davor, auf mein Konto zu schauen. Weil ich weiß und sehen kann, dass genügend Geld da ist. Ich hatte früher oft Panik davor, dass ein Notfall eintritt, für den ich Geld brauche. Das ich aber dann nicht haben werde. Wenn ich mich daran erinnere, läuft es mir heute noch immer kalt den Rücken runter.

Minimalismus war eine große Hilfe für meine mentale Gesundheit. Ich habe viel über mich selbst gelernt und konnte so einige meiner Altlasten loswerden.

Meiner Meinung nach gehen Minimalismus und mentale Gesundheit Hand in Hand. Ist es dir auch so ergangen oder komplett anders? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Cherry

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